In Hamburg sagt man Tschüss…

Kennst du dieses Kribbeln im Bauch, dass einsetzt sobald sich eine Veränderung ankündigt? Dieses Kribbeln, dass dazu führt das sich der Gemütszustand zwischen jubelhoch jauchzend und purer Panik einpendelt. In einem Moment hat man noch das fetteste Grinsen im Gesicht aufgrund von purer Vorfreude und im nächsten Moment bekommt man keinen Bissen runter, weil die Angst einsetzt, dass doch noch etwas Unvorhergesehenes passiert. Genau so geht es mir aktuell. Beziehungsweise genau so geht es mir schon seit den letzten Wochen und ich konnte mit niemandem, außer natürlich Felix und meinen Freunden und meiner Familie darüber reden.

Doch jetzt möchte ich dir davon erzählen und dich an der Reise teilhaben lassen, die von bald an erst einmal unser Leben auf den Kopf stellen wird. Lass mich raten, du denkst dir gerade, dass ich dir als Nächstes erzähle, dass wir Nachwuchs erwarten. Stimmt’s? 😉 Da muss ich dich leider enttäuschen, das ist nicht die Reise von der ich spreche. Komm. Ich zappel nicht weiter rum und hau es kurz und schmerzlos raus: Wir haben uns dazu entschieden ein Haus zu kaufen. Doch damit nicht genug. Dieses Haus steht nicht in Hamburg… Dazu aber später mehr.

Schock überwunden?

Jetzt würde ich nur allzu gerne deinen Gesichtsausdruck sehen. Hättest du mir vor einem Jahr erzählt, dass Felix und ich uns ein Haus kaufen würden und dann auch noch in einer anderen Stadt, hätten wir sicherlich genau so ungläubig geschaut und laut gelacht. Ich brauche allerdings glaube ich niemandem erzählen, dass sich gewisse Dinge sehr schnell ändern können (vor allem bei uns 😉 und so hat Corona auch bei uns dazu geführt, dass wir über vieles nachgedacht und in Frage gestellt haben. 

Allen voran was Momente sind, in denen wir richtig glücklich sind. Eine Frage, die man sich zwischenzeitlich immer mal wieder stellen und ehrlich reflektieren sollte. Bei uns sind es unter anderem die Momente, in denen wir mit Momo im Wald eine Runde Gassi gehen, im Garten sind oder aber bei uns auf der Dachterrasse sitzen und die abendliche Ruhe genießen. Das Thema Ruhe ist ehrlich gesagt während des Lockdowns bei uns immer mehr in der Vordergrund gerückt. Leerere Straßen, weniger Autolärm und weniger Menschen um einen herum, haben bei mir dazu geführt, dass ich entspannter geworden bin. Umso mehr fällt mir die Lautstärke der Stadt aktuell wieder auf. Etwas, dass ich sonst immer geliebt habe- das bunte Treiben, diverse Cafés und Restaurants ums Eck, das spontane Treffen mit Freunden.

Was möchte ich wirklich?

Aber wie häufig nutzen wir tatsächlich die Cafés und Restaurants, die ums Eck liegen? Oder aber den Supermarkt? Wann haben wir zuletzt Freunde wirklich mal spontan getroffen? Die Antwort war recht ernüchternd, sodass uns immer mehr bewusst geworden ist, dass wir das zentrale Leben, dass wir aktuell in Ottensen haben, gar nicht wirklich nutzen. Im Gegenzug dazu zahlen wir dafür aber eine ordentliche Miete. Nicht falsch verstehen: Ich liebe diese Wohnung und klar, wir hätten uns auch einfach etwas günstigeres mieten können, dass nicht diese Lage hat. Aber darum geht es jetzt auch gar nicht, sondern viel mehr darum, dass der Gedanke etwas außerhalb zu ziehen immer mehr in den Vordergrund gerückt ist. Gepaart mit der Freude am Handwerkern, die während der Corona Zeit aufgrund unseres Gartens und dem Haus dort, immens gestiegen ist, haben wir uns gefragt, ob etwas Eigenes außerhalb für uns spannend sein könnte.

Da „einfach machen“ schon immer mein Motto war, wurden innerhalb kürzester Zeit diverse Immobilienapps heruntergeladen und die Suchanfrage auf „Grundstücke oder Häuser kaufen“ eingestellt. Nun ja. Wir müssen uns jetzt keine Illusionen machen. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir feststellen, dass unsere Bankkonten leider nicht das nötige Kleingeld bereithalten, um in Hamburg ein Grundstück oder aber ein Haus zu kaufen. Und nein, wir haben nicht in Stadtteilen wie Ottensen & Co geschaut 😉

Wie wichtig ist es für mich in Hamburg zu leben? 

Wer mich kennt, weiß, dass ich schon immer in Hamburg leben wollte. Ich liebe diese Stadt. Im kommenden Februar mache ich die zehn Jahre in meiner Beziehung mit Hamburg voll. Zehn Jahre in denen ich diese Stadt für mich entdeckt und lieben gelernt habe. Die durchtanzten Nächte auf dem Kiez mit anschließendem Besuch auf dem Fischmarkt, die Sonnenuntergänge am Elbstrand, die besten Abende mit Freunden in der Schanze, meine verschiedenen Wohnungen, die Menschen, die ich hier kennen gelernt habe, die Restaurant/Cafe/Museen Besuche, das Kropka und mir würden noch zig weitere Dinge einfallen warum ich Hamburg so liebe. Es ist halt einfach ein Gefühl. Du kennst das vielleicht. Doch nichtsdestotrotz bin ich bereit dieses Gefühl nicht mehr täglich, sondern nur noch dosiert zu genießen. Denn eins stand von Anfang an fest: Auch wenn wir Hamburg verlassen, möchten wir unsere Jobs behalten und in der Nähe bleiben. Sonst wäre der Trennungsschmerz tatsächlich zu groß. 

Na, hast du mittlerweile einen Ort im Kopf, wo du denkst dass es uns hin verschlägt?

Dorf oder Stadt? Neu bauen oder ein Haus renovieren? Bekommen wir überhaupt eine Finanzierung seitens der Bank? Möchte ich so einen Batzen Geld überhaupt als Kredit aufnehmen oder doch lieber auf ewig Miete zahlen? Der Wunsch nach was Eigenem… Fragen über Fragen, die uns in den letzten Wochen täglich beschäftigt haben und die ein oder andere schlaflose Nacht gekostet haben. Ich würde jetzt nicht sagen, dass das Schicksal uns zuletzt ein wenig geleitet hat, aber es lässt sich schon festhalten, dass wir von unserem Ursprungsgedanken zu Beginn der Suche weit entfernt sind. Doch genau das fühlt sich so verdammt richtig und gut an. Wie sagt man so schön „Der Weg ist das Ziel“. Oh yes! Das kann ich unterschreiben.

Und jetzt steh ich hier. In Lüneburg. In einem Stadthaus, das darauf wartet zu neuem Leben erwacht zu werden. Pardon. In unserem Stadthaus. 

Kategorien Leben
Sarah Ramroth

Mich hat es vor über 9 Jahren in die wunderschöne Stadt Hamburg verschlagen und ich liebe es Tage am Elbstrand zu verbringen und mit Freunden Hamburg immer wieder auf’s Neue zu entdecken. Ich wollte einen Blog schaffen auf dem ich meine Leidenschaft für Interior und Hamburg verbinden kann und deswegen kam mir die Idee zu wohn.glück. Mit Ecken und Kanten, aber dafür mit einer großen Portion Leidenschaft.

20 Kommentare zu “In Hamburg sagt man Tschüss…

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    Oh ha, war mein erster Gedanke. So eine tolle Wohnung, nah der Elbe und die jetzt einfach aufgeben für ein Stadthaus in Lüneburg!? Ich bin an der Elbe aufwachsen noch ein Stück weiter westlicher und lebe jetzt in einem anderen Vorort am anderen Ende der Stadt. Sehr grün, nett, ruhiger als manch andere Stadtviertel und doch ist da die Sehnsucht nach noch mehr Ruhe, Weite und… Noch habe ich ein schulpflichtiges Kind, welches ich nicht aus seinem Umfeld reißen möchte, aber die Zeit ist schon absehbar. Und dann soll es losgehen. Raus auf’s platte Land, in meinem Fall. Am liebsten Richtung Küste.

    Lüneburg ist ein nettes Städtchen. Hat schöne kleine Geschäfte, Cafes und einen super schönen Weihnachtsmarkt. Irgendwann ist ja Corona wohl Geschichte. Und wenn Du Heimweh hast, bist Du recht schnell und unkompliziert wieder in Hamburg.

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    Simone Meyer-Kolumbe

    Ich wünsche Euch viel Glück bei diesem neuen Lebensabschnitt und finde toll, dass Ihr diesen Schritt wagt. Super! Es kommt ein Abenteuer auf Euch zu.

    Und ich musste schmunzeln…bei uns ist es anders herum. Mein Mann arbeitet im wunderschönen Lüneburg, wir beide sind sehr gerne dort. Dennoch wohnen wir in Hamburg. Und Lüneburg ist nicht mal weit weg von Hamburg…

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    Caroline Stobbe

    Liebe Sarah, ich gratuliere euch zu dieser Entscheidung! Ich bin seit 6 Jahren Wahl-Lüneburgerin, aber studiere und arbeite in Hamburg – nie im Leben würde ich von hier wegziehen, trotz des Pendelns. Es ist eine Stadt in der man bleibt, ruhig, aber alles in greifbarer Nähe und alles, was man braucht vor der Tür. Viel Spaß, alles Gute und vielleicht ja auf gute Nachbarschaft 🙂

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    Willkommen in Lüneburg! Die Stadt ist einfach so wundervoll. Bin schon mega gespannt auf euer Projekt Stadthaus.

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    Jasmina Madelaine

    Liebe Sarah, ich selber bin in Lüneburg aufgewachsen. Lebe jetzt aber in Hamburg. LG ist eine tolle kleine niedliche Stadt mit sehr viel Geschichte. Es wird Dir/Euch dort gefallen. Und für die kleine Momo gibt es dort auch viel zu entdecken. Und innerhalb von 30 Min. bist Du mit dem Metronom wieder in HH. Also, alles richtig gemacht und neben HH, die zweit schönste Stadt der Welt ausgesucht!

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    Du wirst es nicht bereuen! Tolle Entscheidung, tolle Stadt… Und noch dazu einen Katzensprung von Hamburg entfernt. Vor 7 Jahren zog es uns aus den gleichen Gründen mitten aus Hamburg nach Tespe… Wir ♥ ♥ ♥ ♥ lieben den Wind, die Sonne, Spaziergänge am Feldrand und das entschleunigte Leben.
    Nur Mut!
    Freu mich auf eure Weiterentwicklung!

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    Liebe Sarah,
    so ging es mir auch! Mit meinem Mann habe ich mitten in Nürnberg gelebt, in einer tollen Altbauwohnung. Mit Kneipen, Cafés und Kinos um die Ecke. In die Fußgängerzone 10 Minuten zu Fuß. Ein gemischtes Abo für Opernhaus und Kammerspiele inklusive. Inzwischen wohnen wir seit 16 Jahren in unserem Landhaus, mit einem Naturschutzgebiet vor der Haustür. Ich reite wieder und imkere. Und wenn ich Lust habe, fahre ich nach Nürnberg oder auch München. Unsere beiden Töchter können sich derzeit nicht vorstellen, hier in unserem kleinen Städtchen als Erwachsene zu leben. Ich bin mir sicher, das wird sich ändern… Ich wünsche Euch alles Gute für das neue Abenteuer in Lüneburg!

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    Oh mein Gott!!!! Ich liebe Lüneburg und wenn ich in den Norden ziehen würde dann nach Lüneburg weil ich Hamburg liebe aber in der Stadt nicht leben möchte… Lüneburg ist so wunderschön, ich wünsche euch alles gute und bin gespannt und freu mich euren Weg hier und bei Insta mitzugehen

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    Lüneburg ist eine wunderschöne Stadt!!!! Herzlichen Glückwunsch!

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    Liebe Sarah,
    ich hab es mir ja schon fast gedacht, als du neulich „etwas Großes“ bei Insta angekündigt hast 😉 Ich kann deine anfängliche Zerrissenheit verstehen, war ich selbst mal in solch einer Situation. Ich als gebürtige Frankfurterin habe die letzten Jahre in einem der hipsten Stadtteile gewohnt, doch genutzt habe ich die vielfältigen Angebote vor der Haustür immer weniger. Wie du sagst, spontan Kaffee trinken mit Freunden ist, umso älter man auch wird, eher unüblich geworden und nach einem stressigen Arbeitstag ist es zu Hause dann doch am Gemütlichsten. Darum bin ich vor einem Jahr in einem Vorort gezogen, habe jetzt zwar nur noch einige statt hunderte Cafés ums Eck, aber mal ehrlich: Reicht auch. Außerdem sind dir gewonnene Ruhe, das viele Grün und Idylle einfach unbezahlbar (vor allem während des Lockdowns habe ich es so zu schätzen gewusst!).
    Ich freue mich schon, euch beim Einrichten und Einleben zuzuschauen!! 🙂

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    Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß auf dieser Reise! Kann die Gedankengänge nur allzu gut nachvollziehen und gehe davon aus, dass ihr es nicht bereuen werdet. Bin gespannt auf die zukünftige Gestaltung. Alles Liebe 🙂

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    Euer Hund freut sich am meisten, wir haben so schöne Wälder aus der Innenstadt mit Rad oder zu Fuß erreichbar. Und guten Kaffee für den Spaziergang haben wir auch! Viel Erfolg beim Umzug und bestimmt bis bald im Dorf Lüneburg

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    Glückwunsch. So schön. Ich freue mich sehr für euch.

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    Herzlichen Glückwunsch! Ich kann das so gut verstehen! Wir ging es so ähnlich mit München und der Corona-Zeit! Dann kam auch so ein Haus-Zufall! Dann haben wir ja bald beide ein Abenteuer vor uns!

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      Wow wie cool. Herzlichen Glückwunsch! Ich freu mich für euch. Auf das Stadthaus, euch auf instagram zu begleiten, juhuu, soo spannend….. evtl. laufen wir uns ja mal über den Weg.

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    Wuhuuu Lüneburg. Da sag ich doch: LG aus LG

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    Oh wow ich wünsche euch beiden nur das Beste und ganz viel Spaß beim Renovieren und Einrichten im neuen Zuhause.

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    Ohhhhh tolllll, freue mich für Euch .
    Ein neuer Lebensabschnitt, wünsche Euch viel Glück …
    LG

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    Oh sehr cool! Es ist so viel schöner, ein eigenes Haus zu haben, wenn man das sich leisten kann! Ich habe auch gekauft, weil die Miete für ein (kleineres) Haus mehr kostet als das, was ich jetzt monatlich der Bank zahlen muss. Und am Ende gehört es mir! Viel Spaß und viel Freude im neuen Haus! Besonders bei der Einrichtung – da bin ich schon ganz gespannt!

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    Ulli Themann

    Find ich toll, dass ihr diesen Schritt wagt.

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